Halbfinale der NRW Box-Meisterschaft in Gelsenkirchen – Brillanter Auftakt für die Titelkämpfe

v.l. Gianluca Taccia und Naziri Piraki

Das erste Halbfinale der NRW Box-Meisterschaft machte eindeutig Hunger auf mehr. Fünfzehn Männer- und drei Frauenkämpfe richtete der BC Erle in der Sporthalle am Schürenkamp aus, in denen die Zuschauer atemberaubenden Boxsport zu sehen bekamen.

Gianluca Taccia aus Hilden war der erste, der in den Ring kletterte. Er musste gegen Naziri Piraki vom Boxzentrum Münster ran. Beide Athleten sind für ihre harte Schlaghand gefürchtet, mit der sie schon so manchen Deckungsfehler erbarmungslos bestraften.
Diesmal nutzte Naziri einen Flüchtigkeitsfehler des Hildeners aus. Gianluca öffnete bei einem Angriff seine Deckung zu früh. Das sah Naziri und schlug schnurgerade zwischen dessen Fäuste. Der Hildener wurde angezählt und war jetzt chancenlos Naziris Punktevorsprung einzuholen.

BC Erles Lokalmatador Yigitcan Özer trainiert ebenfalls am Stützpunkt Münster. Er bezwang den Borbecker Zalgai Laghmani und ließ keinen Zweifel daran, dass er im Leichtgewicht zu den Favoriten auf Gold gehört.
Zwei Kämpfe, zwei Siege war die erfreuliche Bilanz von Münsters Stützpunktleiter Prof. Dr. Farid Fatanparast. Wer ein Fan der Münsteraner Boxschule ist, sollte sich auf keinen Fall die nächste Meisterschaftsrunde in Hilden entgehen lassen. Dort hat „Box-Professor“ Fatanparast gleich sieben Faustkämpfer am Start.

Dosha Israilov, Hamborn und Daniel Berger, Gahmen

Von den drei Startern des SW Westende Hamborn konnte sich nur ihr Weltergewichtler Malik Aksakal durchsetzen. Dosha Israilov, der in Gelsenkirchen seinen 20-jährigen Geburtstag feierte, unterlag in einem spektakulärem Fight dem Gahmener Daniel Berger. Für die Punktrichter war es Schwerstarbeit das Gefecht zu werten, denn beide lagen bis zum Schlussgong gleichauf.
Genauso eng ging es zwischen Doshas Bruder Khavazi und Colonia-Wettstreiter Wladimir Frühsorger zu, der sich letztendlich mit hauchdünnem Vorsprung durchsetzte.

v.l. Anas El-Abid, MLK und Alex Schiller, Neuss

Das MLK-Team Aachen hatte ebenfalls drei Boxer gemeldet. Ihr B-Mittelgewichtler Anas El-Abid war glänzend aufgelegt und bezwang den Neusser Alex Schiller. Bemerkenswert war die Reaktionsgeschwindigkeit, mit der er die taktischen Anweisungen seines Trainers Martin Lücker umsetzte. Wenn Anas seine Form halten kann, wird er sich zurecht Hoffnungen auf den Titel machen können.
MLKs sympathischer Superschwergewichtler Karim Zaboul verlor gegen Dariusz Lassota aus Gahmen. Dariusz entschied das Gefecht aus der Distanz. Hier sammelte er die entscheidenden Punkte, denn im Infight konnte er Karim nicht beikommen.
Man muss den Hut vor Mustapha Amadu ziehen, obwohl er verlor. Viele glaubten an sein vorzeitiges Ende gegen Oliver Ginkel aus Mönchengladbach. Ginkel kann sehr hart schlagen und gehört zum ganz engen Favoritenkreis auf den NRW-Titel.
Um zu siegen musste Oliver allerdings tief in die Trickkiste greifen, denn der MLK-Mittelgewichtler kämpfte frech nach vorn und verteidigte clever. Erst als Ginkel sein Hakenspiel in die Angriffe einbaute wendete sich das Blatt.

Dilar Kisikyol, Rheindorf bezwingt Aylin Gezar, Remscheid

Den schönsten Kampf der Veranstaltung bestritt Dilar Kisikyol aus Rheindorf gegen die Remscheiderin Aylin Gezar. Perfekte Technik, fulminante Zwischenspurts und gute Treffer: Die beiden Amazonen zeigten, dass sich NRWs Frauenboxsport nicht zu verstecken braucht. Es war Dilar, die sich unterm Strich etwas besser verkaufte und sich für die nächste Runde in Hilden qualifizierte.

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