Flüchtlinge laden Nachbarn ein – Willkommensfest an der Karlsbader Straße

Andreas Felder zeigt Elemente aus dem Boxsport

Andreas Felder zeigt Elemente aus dem Boxsport

Düsseldorf, 5. März | Sie sind vor Krieg und Not geflohen. Seit Dezember leben 180 Männer, Frauen und Kinder in Düsseldorf und wohnen in dem neuen Flüchtlingsheim an der Karlsbader Straße.

Mit einem Willkommensfest und einem Tag der offenen Tür stellte sie sich nun ihrer Nachbarschaft vor.
Über dreihundert Besucher folgten der Einladung und verbrachten eine schöne Zeit bei Livemusik sowie selbst gemachtem Essen und Getränken. Die Neugier aneinander war groß. In Gruppen standen Gäste und Gastgeber beisammen. Sie lachten, redeten, gestikulierten mit den Händen, und wenn das nicht half, wurde auf Papier gemalt.
Karoline Wege arbeitet für die Caritas. Sie und ihr Kollege Mourad Bouad sind für die Sozialbetreuung der Flüchtlinge in der Karlsbader Straße verantwortlich.

„Die größten Probleme sind fehlende Sprachkenntnisse und Langeweile. Dadurch gibt es für die Bewohner keinen sinnvollen Tageablauf“, so Wege.

„Da ein junger Mann unbedingt boxen wollte, habe ich Kontakt zum Förderverein der Düsseldorfer Boxer aufgenommen. Der Förderverein hat mit uns ein Konzept entwickelt und die angeschlossenen Vereine erklärten sich bereit, jeweils zwei Flüchtlinge kostenfrei aufzunehmen.“

Arthur Djumagasijev kommt aus Russland. Er und der 21-jährige Afghane Gulagha Ahmadzai sind die ersten Sportler, die Wege für das Programm anmeldete. Die beiden boxen jetzt beim TuS Gerresheim. Auf dem Fest zeigten sie mit ihrem Trainer Andreas Felder Elemente aus dem Training: Seilspringen, Partnerübungen und Pratzenarbeit. Unterstützung bekamen sie von Yaman Naal, einem 21-jährigen syrischen Kriegsflüchtling, der in Mönchengladbach lebt.

Die Zuschauer waren von der Demonstration begeistert. Spontan meldeten sich einige, die den Boxsport unbedingt ausprobieren möchten.

Wolfgang Wycisk, der Präses des Fördervereins, hält Sport für die wichtigste Komponente einer erfolgreichen Integration. „Im Sport gibt es keine Grenzen. Sicherlich gibt es in Deutschland kulturelle Voraussetzungen, die es in anderen Ländern so nicht gibt. Zum Beispiel trainieren beim Boxen Männer und Frauen oft zusammen. Man respektiert sich und lernt voneinander. Es ist nicht nur der Sport, den die Trainer vermitteln, es sind auch Werte. Und wer das nicht akzeptiert, ist raus. Egal ob Deutscher oder Ausländer.“
Bei einem ist sich Wycisk sicher. Arthur, Gulagha und Yaman sind echte Sportler und in ihren Clubs bestens aufgehoben.