Derbe Schlappe für Düsseldorfer Oberliga-Boxer gegen BuS Dinslaken

v.l. Alexander Peil, Dinslaken und Vladimir Eichholz

v.l. Alexander Peil, Dinslaken und Vladimir Eichholz

Fotos Thomas Kamp

Mit 14 : 6 zerlegten Dinslakens Faustkämpfer die Box-Staffel aus Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt. Da half auch nicht das Daumendrücken des Düsseldorfer Oberbürgermeister-Kandidaten Thomas Geisler, der sich trotz Wahlkampfstress die Zeit nahm, bei der Oberliga-Veranstaltung in der Freizeitstätte Garath vorbeizuschauen.

Die Pleite begann bereits einen Tag vor der Veranstaltung. Düsseldorfs Leichtgewichtler Tim Pham überdehnte sich im Abschlusstraining die Bänder und musste seinen Einsatz absagen.

v.l. Dennis Lobes, Düsseldorf - Sahan Aybay, Dinslaken

v.l. Dennis Lobes, Düsseldorf – Sahan Aybay, Dinslaken

Nachdem Düsseldorfs Halbweltergewichtler Dennis Lobes überraschend die erste Runde gegen Sahan Aybay gewann, lies er sich in den Schlagabtausch ziehen. Hier war gegen den Dritten der U19-DM nichts auszurichten Auch den letzten Durchgang dominierte der Dinslakener klar. Weil Lobes dreimal runter musste brach der Ringrichter den Kampf ab. PSV Trainer Stefan Becker erkannte zwar Aybays Überlegenheit an, bezweifelte aber bei allen Niederschlägen, das dies an der Schlagwirkung lag.

v.l. Vladimir Eichholz, Düsseldorf - Alexander Peil, Dinslaken

v.l. Vladimir Eichholz, Düsseldorf – Alexander Peil, Dinslaken

Beckers Schwergewichtler Vladimir Eichholz startete wie ein Düsenjet in seinem Kampf gegen Alexander Peil. Jeden Schlag feuerte er mit enormen Zug ab und rüttelte den Dinslakener ordentlich durch. Peil hielt dagegen. Vom Publikum nach vorne gepeitscht gingen beide ein hohes Tempo und vertrauten ihrem gewaltigen Punch. Dann die dritte Runde. Einem Moment war Eichholz abgelenkt und lief in eine derbe Schlaghand. Peil sah, dass der Düsseldorfer taumelte und setzt alles auf den vorzeitigen KO. Doch Eichholz biss sich durch den Kampf und stand auch nach dem Schlussgong auf seinen Füßen. Die Jury erklärte Alexander Peil zum Punktsieger. Ein Fehlurteil, wie Stefan Becker nach dem Kampf beanstandete. Für ihn hatte sich das Kampfgericht von Peils starkem Auftritt in der dritten Runde blenden lassen. Becker gab seinem Schützling eindeutig die ersten beiden Runden und damit den Gesamtsieg.

Bei Düsseldorfs Weltergewichtler Ahmad Berjawi stimmte die Leistung. Er musste sich in seinem Wettkampf mit dem hochgeschossenen Nathanael Lukoki auseinandersetzen. Berjawi ging in die Halbdistanz und bearbeite den Dinslakener mit tollen Hakenserien. Dafür musste er an Lukokis langen Führhandschlägen vorbeikommen und das war gar nicht einfach. Lukoki gewann den Kampf mit 2 : 1 Punkten. Hätte Berjawi im entscheidenden letzten Durchgang etwas mehr Puste gehabt, wäre ein Sieg machbar gewesen.

v.l. Mücahit Ögdü,  Dinlaken und Schamil Sülaymanov

v.l. Mücahit Ögdü, Dinlaken und Schamil Sülaymanov

Eine Bilanz von fünf Siegen in acht Kämpfen nahm Schamil Sülaymanov mit in das Gefecht gegen Mücahit Ögdü, dem Dritten der deutschen Meisterschaft aus Dinslaken. Rechtsausleger Sülaymanov unterlief clever Ögdüs gewaltige Schläge, und versuchte in den Nahkampf zu kommen. Doch der Dinslakener passte auf und umkurvte Sülaymanovs aggressiven Attacken. Unter Strich ging Ögdüs Punktsieg klar in Ordnung. Dass er dafür so hart arbeiten musste, damit hatte er allerdings nicht gerechnet.

Gino Beganaj vom Sportring Garath gegen Jonas Radke aus Dinslaken, das war der mit Spannung erwartete Kampf im Halbschwergewicht. Aber der Wettstreit war zu Ende, bevor er eigentlich richtig begonnen hatte. Nach drei Minuten brach beim Lokalmatador eine Handverletzung auf, die er sich beim Sparring zugezogen hatte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht gab Beganaj den Kampf auf.

Auch der letzte Kampf ging an Dinslaken. Max Pilz besiegte den unerfahrenen Anord Kosongo durch Aufgabe in der dritten Runde. „Arnod hat in der Pause viel zu schwer geatmet. Das hätte gegen Max böse ins Auge gehen können“, begründete Kosongos Trainer Yoshi Avci seinen Handtuchwurf.

Damit war die Pleite der Düsseldorfer perfekt. Nicht einen Kampf gewannen sie gegen den BuS Dinslaken, der damit ein perfektes 3:0 Ergebnis in der Oberliga-Hinrunde erreicht hatte. Die Dinslakener stehen in ihrer ersten Saison kurz vor der Meisterschaft, denn wenn sie diese Leistung mit in die Rückrunde nehmen, sind sie nicht mehr abzufangen. In der jetzigen Verfassung würden sie auch in der 2. Bundesliga ganz oben mitmischen. Das weiß natürlich auch Franjo Tatai. Warten wir ab, was Dinslakens Teamchef noch so mit seinen Nordrheinern vorhat.

Oberliga:
60Kg: Artur Ratz, Dinslaken, WO Über Tim Pham, Düsseldorf
64Kg: Sahan Aybay, Dinslaken, TKO-Rd. 3 über Dennis Lobes, Düsseldorf
69Kg: Nathanael Lukoki, Dinslaken, PS über Ahmad Berjawi, Düsseldorf
81Kg: Mücahit Ögdü, Dinslaken PS über Schamil Suleymanov, Düsseldorf
81Kg: Jonas Radtke, Dinslaken, TKO-I Rd. 2 über Gino Beganaj, Düsseldorf
91Kg: Alexander Peil, Dinslaken, PS über Vladimir Eichholz, Düsseldorf
+91Kg: Max Pilz, Dinslaken, TKO-A Rd. 3 über Anord Kosongo, Düsseldorf

Vorkampf:
64Kg/Jun: Serxho Shurbi, BR Hilden, PS über Murat Karu, BR Grevenbroich