Boxnachwuchs sammelt auf Turnier in Neuss Erfahrung

Wir bedanken uns für den schönen Bericht bei unserer mehrfachen deutschen Meisterin aus Mönchengladbach, Lisa Kempin.

In 14 Kämpfen gaben am ersten Aprilwochenende die überwiegend noch sehr unerfahrenen Kämpfer beim Nachwuchsturnier in Neuss ihr Bestes.

Im ersten Duell des Nachmittags trat Edwin Keller (FK Mönchengladbach) gegen Davis Onichtschenko (Colonia Köln) in der Schülerklasse bis 39kg an. Der deutlich kleinere Keller marschierte in der ersten Runde permanent nach vorne und setzte klare Treffer. Onichtschenko boxte zwar technisch sehr schön im Rückwärtsgang, seine Fäuste kamen jedoch an Kellers geschlossener Deckung nicht vorbei. Die zweite Runde war ausgeglichener. Onichtschenko konnte einige Treffer bei Keller platzieren, was aber aufgrund der dritten Runde nicht reichte, denn Keller nahm wieder sein anfängliches Tempo auf und griff wieder beherzt an. Und so konnte der kleinere Boxer den verdienten Punktsieg mit nach Mönchengladbach nehmen.

Denb zweiten Kampf (Schüler 42kg) bestritten Dezenes Fischer aus Monheim und Oderah Nnaiidema vom ASV Wuppertal. Beide Kämpfer starteten ohne Deckung aber dafür auf schnellen Beinen. Zu Beginn der 2.Runde brachte Fischer mehr Kombinationen ins Ziel, Nnaiidema blieb jedoch die gesamte Runde etwas aktiver. Auch in Runde drei startete Fischer stark, ließ sich jedoch zeitweise von den beherzten Angriffen Nnaiidema’s aus dem Konzept bringen, bevor er seine Distanz wieder fand und sich mit langen Geraden den knappen Sieg erboxt.

In der Jugendklasse bis 60kg lieferten sich Serxho Shurbi (Boxring Hilden) und Tziamos Panagiotis (ASV Wuppertal) eine regelrechte Schlacht. Während Shurbi wilde Schwinger über Kopf im Gesicht seines Gegners platzierte, schlug dieser oft ins Leere. In der zweiten Runde startete Panagiotis stark und bleibt etwas aktiver, schlägt jedoch auch weiterhin viel in die Luft über dem wild abtauchenden Shurbi. In der letzten Runde gelingt es Shurbi durch das Fehlen der Deckung seines Kontrahenten, seine unsauber geschlagenen Kombinationen ins Ziel zu bringen, sodass Panagiotis angezählt wird. Nach viel Geklammer und einem insgesamt unsauberen Gefecht, gewinnt Shurbi, der in allen Runden die klareren Treffer gesetzt hatte.

Als nächstes stiegen Kenan Bihorac (BBC Remscheid) und Kaan Erkol (FK Mönchengladbach) in der Juniorenklasse bis 75kg in den Ring. Biharic fängt sofort an, wild auf Erkol einzuschlagen. Dieser findet keine Möglichkeit dagegen anzukommen und stolpert zu Boden. Bis zum Ende der Runde greift Biharic unermüdlich an und überrennt Erkol, welcher sich mit seinem Trainer in der Pause nach der ersten Runde zur Aufgabe entschließt. Der Sieger heißt somit Kenan Bihorac.

In Kampf Nummer fünf (Jug. 69kg) standen sich Gjergj Shurbi aus Hilden und Serran Yamac vom Colonia Köln gegenüber. Beide arbeiteten in der ersten Runde technisch gut und abwartend. Yamac war etwas aktiver, insgesamt blieb die Runde aber ausgeglichen. Auch in Runde zwei starteten Beide abwartend, wobei allerdings Shurbi den aktiveren Teil übernahm und auch klarere Treffer erzielte und die Übersicht behalten konnte. Runde drei entwickelte sich schnell zu einem wilden Gefecht, in dem beide beherzt versuchen Treffer zu platzieren. Zum Ende der Runde wurde es unsauberer mit wilden Aktionen auf beiden Seiten. Yamac behielt leichte Vorteile und gewann knapp.

In der Jugendklasse bis 60kg nahmen es Drilon Mustafi (bayer Leverkusen) und Idoscha Israilov (Westende Hamborn) miteinander auf. In Runde eins setzt Israilov klare Treffer und dominiert die Runde. Auch in der zweiten Runde platziert er präzise geschlagene Gerade am Kinn seines Gegners, welcher nach Schlagwirkung angezählt wird. Die dritte Runde startet ähnlich, Mustafi kassiert klare, harte Treffer und sein Trainer wirft das Handtuch. Israilov gewinnt durch Aufgabe.

Im letzten Duell vor der Pause (Jugend 64kg) startete Pierre Junker (SR Garath) mit schnellen Kombinationen, welche sein Kontrahent Karakan Göktug (ASV Wuppertal) jedoch aus der Deckung heraus zu kontern wusste. Klare Treffer auf beiden Seiten in Runde eins. In Runde zwei bleibt Junker der Aktivere, jedoch treffen einige Kopfhaken von Göktug hart an seiner Schläfe und er wird angezählt. Am Ende siegte Göktug durch Aufgabe in Runde zwei.

Nach der Pause trafen Emre Büyükdurun aus Remscheid und Cedic Dufrenne aus Grevenbroich in der Juniorenklasse bis 54kg aufeinander. Taktisches Abwarten und schnelle Attacken wechselten sich in der ersten Runde auf beiden Seiten ab. Büyükdurum blieb etwas aktiver, Dufrenne konterte jedoch schlau aus dem Rückwärtsgang. In Runde zwei setzte Dufrenne zunächst weiter klarere Treffer, Büyükdurun stürmte jedoch ungeachtet dessen beherzt nach vorne. Dufrenne behielt den Rückwärtsgang bei und verschaffte sich trotz Treffern auf beiden Seiten vor allem gegen Ende der Runde leichte Vorteile. Beide Kämpfer wurden lautstark mit Rufen aus dem Publikum unterstützt. In Runde drei bewies Büyükdurun Herz, sein fast einen Kopf grösser Gegner zeigte jedoch seine technische Überlegenheit, nutze seinen Armlängenvorteil und brachte ein ums andere Mal seine lange Linke ins Ziel. Nach einem spannenden Duell gewann der kleinere Büyükdurun zur Verwunderung des Publikums und zur sichtlich großen Freude der mitgereisten Freunden und Familie des Kämpfers.

In der Jugendklasse bis 75kg standen sich Siver Ahmas (Boxring Düren) und Fedir Kasyanov (SR Garath) gegenüber. Der Kampf begann mit ausgeglichenen Runden und blieb trotz lautstarkem Publikum eher langweilig. In der zweiten Runde begann der Dürener Ahmas stark und schlug den Vorwärtsgang ein, während Kasyanov eher verhalten boxte und einige Fäuste ins Leere schlug. Die Deckung beider Kämpfer lässt zu wünschen übrig und so traf Kasyanov doch ein paar Mal, als er am Ende der Runde das Tempo etwas aufdrehte. Trotz einiger Aktionen in der letzten halben Runde, konnte der den Sieg von Ahmas nicht mehr verhindern.

Das nächste Duell wurde ebenfalls in der Jugendklasse bis 75kg ausgefochten. Valdrin Berisha vom ATV Selhof gegen Schamil Umaev aus Mülheim-Dümpten. Beide Boxer waren technisch stark und feuerten harte, schnelle Hände ab. Nach ausgeglichener erster Runde, gab es in Runde zwei leichte Vorteile für Umaev, der sich nach kurzen Phasen des Klammerns immer wieder löste und direkt mit knallharten Haken zum Kopf konterte. Auch in Runde drei dominierte der Mülheimer mit harten und schnellen Händen und stellt Berisha zu Beginn der Runde in der Ecke, wo dieser bis zum Schlussgong stehen bleibt. Gegen Ende des Kampfes wirkten die Schläge, die überwiegend auf die Deckung treffen, auf beiden Seiten kraftlos, Umaev landete hier und da einen Treffer. Nach kräftezehrendem Duell gab es einen verdienten Punktsieg für Schamil Umaev.

Den ersten Kampf in der Männerklasse (69kg) bestritten Laith Hamad vom Boxring Düren und Karna Puri-Sengupta von den Faustkämpfern Mönchengladbach. Puri-Sengupta schlug von Anfang an den Vorwärtsgang ein und sicherte sich durch seine Aktivität leichte Vorteile im ersten Durchgang. Runde zwei hingeben gab er ganz eindeutig an den Dürener ab, indem er sich mehrfach am Ringseil stellen ließ und es nicht schaffte, seine Deckung zwischen seinen Kopf und den Schlaghagel von Hamad zu bringen. Die Kämpfer schenkten sich auch in der dritten Runde nichts und der erneut etwas aktivere Puri-Sengupta errang einen hauchdünnen Punktsieg.

Christopher Schwefel (Bayer Leverkusen) und Pierre Schwering (TuS Gerresheim) stiegen in der Männerklasse bis 75kg in den Ring. Dem gesamten Gefecht fehlte es an Spritzigkeit und Tempo. Relativ ausgeglichen schlichen beide Kämpfer umeinander herum, wobei Schwefel zeitweise etwas aktiver war und somit auch am Ende das Urteil auf seiner Seite hatte.

Im nächsten Kampf traf der Neusser Bichyko Kvyezyeryeli in der Jugendklasse bis 75kg auf Dennis Dahlmaier von den Faustkämpfern Mönchengladbach. Beide begannen in der ersten Runde vorsichtig abwartend sich aus der Distanz abzutasten, wobei Kvyezyeryeli mehr Aktionen brachte und einzelne klare Treffer platzierte. Dahlmaier wartete auch in der zweiten Runde auf eine Chance Treffer zu setzen, welche jedoch nicht kam. Kvyezyeryeli fühlte sich sichtlich überlegen und begann herum zu kaspern und hatte dabei weiterhin immer eine Hand mehr im Ziel. Erst in der zweiten Hälfte der letzten Runde findet Dahlmaier in den Kampf, jedoch zu spät um am klaren Punktsieg seines Kontrahenten vom Boxring Neuss noch etwas zu ändern.

Im letzten Kampf des Nachmittags lieferten sich Ibrahim Moghrabi vom ATV Selhof und Massino Burg (FK Mönchengladbach) ein spannendes und für die Gewichtsklasse über 80kg ein dynamisches und schnelles Duell. Burg dominierte die gesamte erste Runde und griff unablässig mit spritzigen Körper-Kopf Kombinationen an. Die zweite Runde war ausgeglichener. Burg schien aus dem Konzept gebracht und hatte offensichtlich ein Problem mit einem immer wieder verrutschenden Trikot. Auch Runde drei begann ausgeglichen und erst in der letzten Hälfte dieser letzten Runde fand Burg seine anfängliche Dynamik wieder. Es reicht für den 2:1 Sieg des Mönchengladbachers.