Hurra, der Deutsche Mannschafts-Meister kommt wieder vom Niederrhein!

Der alte und neue Deutsche Mannschafts-Meister ist wieder der Velberter BC.

Von Hubert Wildschütz

Bantamgewicht 56 Kg
Europameister Denis Makarov (VBC) boxte mit Köpfchen sein Pensum gegen das große Talent; U21-Meister Sopa Kastriot (NSV) herunter. Der gut eingestellte Makarov konnte sofort deutlich punkten und landete einen deutlichen 12:9 Arbeitssieg.
Leichtgewicht 60 Kg
Chancenlos war Jugendmeister Sebastian Günther (NSV) gegen Jugend-Olympiasieger und Weltmeister Artur Bril (VBC). Klare Punktvorteile des Velberters sorgten nach drei Runden für den klaren Punktsieg von Bril, der gegen den Rechtsausleger alles richtig machte, in jeder Situation ruhig blieb und mit der rechten Geraden punktete. Bril, physisch sehr stark, strahlte Ruhe aus, boxte souverän.
Halbwelter 64 Kg
Eugen Burhard (VBC), hoch gehandelter Olympiakandidat für London im Leichtgewicht, hatte mit dem 17jährigen Ersatzboxer der Thüringer, Juniorenmeister Alex Fenski (NSV) – der Deutsche Vizemeister im Halbwelter, David Müller, war an Grippe erkrankt – unter Kontrolle. Zur dritten Runde steckte die Nordhäuser Ecke um Cheftrainer Konrad Werner auf.
Weltergewicht 69 Kg
Einsame Spitzenklasse zeigt der Europameister aus Ungarn, Balazs Bacskai (NSV). Der frühere zweifache Deutsche Vizemeister, Alexander Miller (VBC) zeigte eine gute Leistung, die aber trotz aller Bemühungen gegen den Ausnahmeboxer nicht reichte. Als die Aussichtslosigkeit klar wurde, stoppte die VBC-Ecke den Kampf, um Miller vor einer unnötigen Bestrafung zu schützen.
Mittelgewicht 75 Kg
Einen Kampf auf Weltklasse-Niveau lieferten sich – wie im 14:14 gewerteten Hinkampf – Peter Mullenberg (VBC) und der deutsche Vizemeister Xhek Paskali (NSV). Die Boxfans waren begeistert, einen solchen Fight sieht man nicht alle Tage. Das Kampfgericht entschied 15:12 für den für Velbert kämpfenden Niederländer, den brausenden Beifall teilten sich beide Boxer.
Halbschwer 81 Kg
Exmeister „Kosta“ Buga (NSV), der es im Mittelgewicht immerhin bis auf Rang 5 der Weltrangliste schaffte, startet jetzt eine Gewichtsklasse höher. Seine Schnelligkeit hat er nicht verloren, er boxte den konditionsstarken Yasin Basar (NSV) geschickt aus, hielt sich an Taktikanweisungen seines Trainers. Das Kampfgericht sah das mit 10:6 für den VBC-Boxer.
Schwergewicht 91 Kg
Die Revanche für das verlorene Finale um die DM und den Fight in Nordhausen sollte es werden: Der lange Stefan Sittner (VBC), Schrecken vieler nationaler und internationale Kollegen, hatte beide Kämpfe gegen den EM-Dritten Johann Witt (NSV) knapp verloren Es setzte erneut eine Punktniederlage (8:14), der sperrige Witt ist nicht gerade Stefans Lieblingsgegner. Trotz aller Bemühungen, mal im Ali Stil ins Ringseil gelehnt, dann mit der langen Linken von der Ringmitte aus und (zu spät!) die kurze Rechte in der Schlussrunde. Da hatte Witt Probleme, für Sittner, der den Konkurrenten in der Jugend schon zweimal besiegte, reichte es nicht.
Super-Schwer über 91 Kg
Das macht Sieger aus! Ein eiserner Wille versetzt bekanntlich Berge und „Fels“ Avdi Asllani (NSV) wurde von dem beeindruckenden WM-Dritten Erik Pfeifer (VBC) in die Schranken verwiesen. „Ich bin die Nr. 3 der Welt und habe in Velbert Hausrecht“ – so energisch boxte Pfeifer gegen eine gefährlichen Kontrahenten und ging reichlich Risiko ein. 15:5 hieß es am Ende, Pfeifer hatte den Punktsieg in dem spektakulär verlaufenen Kampf für sich und sein Velberter Team eingefahren.

Dadurch siegte VBC mit 14:10 (1. Finale in Nordhausen 10:13) und feierte erneut die Deutsche Mannschafts – Meisterschaft.

Stimmen am Velberter Ring

VBC-Cheftrainer Hennie van Bemmel: „Ganz ehrlich, ohne Glück geht gar nichts. Unsere Gäste vom Nordhäuser SV haben uns alles abverlangt. Solche Vereine wie Nordhausen, die verdient Vizemeister wurden, brauchen wir in der Bundesliga, eine echte Bereicherung. Die beiden Events mit dem NSV haben Freude gemacht, auch wenn es sehr schwer war, den Titel zu verteidigen. Vor dem zweiten Finale in der Velberter Sporthalle habe ich mit den Sportlern viel geredet und jetzt bin ich zufrieden…“

Hans-Gerd Rosik, komm. Vorsitzender des VBC: „Das ist unser wertvollster Titel, der Nordhäuser SV hat uns alles abverlangt. Dankeschön ans Team aus Thüringen, das sich von der fairen Seite gezeigt hat und die erste Bundesliga belebt hat.

Michael Döring, NSV-Mannschaftsleiter; zeigte sich zufrieden. „Wir hatten doch schon vor dem zweiten Finale alles erreicht, was uns kaum jemand zugetraut hat. Natürlich wollten wir nach dem 13:10-Sensationssieg in heimischer Ballspielhalle auch in Velbert gewinnen, der Titel war in greifbarer Nähe. Aber nach dem 10:14 sehen wir uns nicht als Verlierer. Wichtig für uns, dass wir die Straubinger, in der Endabrechnung klar hinter uns gelassen haben…“

Hubert Wildschütz, Pressesprecher des Velberter BC und trotz kräftiger Grippe mit Stimmproblemen als Ringsprecher mit der Partie, brachte es auf den Punkt: „Wir bedanken uns beim neuen Deutschen Vizemeister Nordhäuser SV. Ach so, das Endergebnis lautet 14:10 und damit gibt es auch einen neuen Deutschen Meister, der der alte ist: Velberter Box-Club 1922!“

Box-Bundestrainer Valentin Silaghi: „Ich bin beeindruckt, das waren tolle Kämpfe.
Und die Teams, das zeigte diese Bundesliga-Saison, sind enger zusammen gerückt.
Glückwunsch an den Velberter BC. Eigentlich bin ich auch in Velbert, um meinem langjährigen Schützling und Freund Rustam Rahimov zum 37. Geburtstag zu gratulieren. Ich freue mich, dass unter den Gratulanten unser früherer Meisterboxer Vitali Tajbert ist, der in Velbert auch Boxgeschichte geschrieben hat!“